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Welcher Wein sollte dekantiert werden und welcher nicht?
Die Frage des "Dekantierens" ist ein unerschöpfliches Diskussionsthema! Handelt es sich um ein pures Ritual oder eine wirkliche Notwendigkeit?
Junge Weine
Junge Weine leben von ihrer Frucht. Selbst wenn sich bereits ein kleines Depot gebildet hat, was bei unfiltrierten Weinen oft passiert, sollte man nicht dekantieren. Es kann passieren, dass sich der Wein durch den Lufteinfluss verschliesst und seine delikate Frucht verliert
Weine in der Reifephase
Schwieriger wird es bei Weinen, die etwa zwei Drittel ihrer Flaschenreife hinter sich haben. Durch den Luftzutritt kann hier die Reife beschleunigt werden. Allerdings ist es unmöglich, einen einheitlichen Anhaltspunkt zu geben: Ein 10-jähriger weisser Burgunder kann bis zu zwei Stunden brauchen bis er sich geöffnet hat. Ein gleichaltriger Barolo etwa vier. Ein Bordeaux je nach Jahrgang eine halbe bis eine volle Stunde. Ein roter Burgunder oft etwas weniger. Trotzdem eine Faustregel: Je weiter der Wein von seiner Genussreife entfernt ist, desto länger vorher dekantieren
Reife Weine
Voll ausgereifte Weine dekantiert man in jedem Fall. Dekantiert man ihn zulange vorher, oxydiert er in der Karaffe. Dekantiert man ihn zu kurz, so kann ein Muffton, der durch den Luftmangel in der Flasche entstanden ist, das Bukett beeinträchtigen. Die Faustregel: rund 10 Minuten vor dem Degustieren dekantieren
Dekantieren
Zuerst reinigt man die Glaskaraffe, um einen eventuellen Schrank- oder Luftton zu vermeiden und schwenkt darin einen kleinen Schluck des vorbereiteten Weines. Mit Vorteil entfernt man die gesamte Kapsel und hält dann die Flasche mit dem Hals über eine brennende Kerze, so, dass man die Flamme durch den Flaschenhals hindurch sieht. Nun giesst man den Wein vorsichtig, ohne abzusetzen, in die Karaffe. Sobald das Depot auf den Flaschenhals zuschwimmt, setzt man ab. So ist der Trub sauber vom Wein getrennt. Den letzten trüben Schluck können Sie in einem separaten Glas absetzen lassen und am Schluss geniessen. Oft ist dies der schönste Genuss, denn das Depot verhindert die Oxydation und enthält ein Konzentrat an Aromastoffen
Wichtig:
Bedenken Sie, dass die Karaffe meist zimmerwarm ist, und dass der Wein durch das Dekantieren die ideale Trinktemperatur rasch überschreitet. Es empfiehlt sich deshalb, die Karaffe nach dem Umgiessen bis zum Genuss an einem kühlen Ort (14 bis16°) stehen zu lassen
Karaffieren oder dekantieren?
Vor einem Essen mit feinen und delikaten Weinen empfiehlt sich ein leichter, nicht zu geschmacksintensiver Aperitif.Aperitifweine wie Wermut, Muscat oder Pineau des Charentes können durchaus auch auf Eis serviert werden. Es ist alles eine Frage des Geschmacks. Das schmelzende Eis verdünnt jedoch das Produkt.Vor der Auswahl des Weins sollte die Zusammenstellung der Menüfolge berücksichtigt werden: die Intensität der Aromen, die dominierenden Geschmacksnoten und die Textur.
Diese Karaffe eignet sich besonders gut für junge Weine, weil eine grössere Oberfläche des Weins mit Sauerstoff in Kontakt kommt.
Diese Karaffe eignet sich besonders gut für alte Jahrgänge, da der Wein aufgrund der Form weniger oxidiert.